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Bundesverteidigungsministerin besucht ILA 2016

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ILA Bild 1ILA 2016 – Messebericht vom Tag 2 – 2. Juni

Boeing feiert 100-Jähriges auf der ILA
Boeing feiert auf der ILA 2016 sein 100jähriges Jubiläum. Die Flugzeugfabrik, die der Sohn des deutschen Einwanderers Wilhelm Böing 1816 im US-Staat Washington gründete, ist heute der größte Luft- und Raumfahrtkonzern der Welt. „Unsere Airlinekunden in Deutschland, die oftmals Erstkunden neuer Boeing-Modelle waren, sowie unsere deutschen Zulieferer haben wesentlichen Anteil an diesem Erfolg“, sagt Matthew W. Ganz, President Boeing Germany & Northern Europe und Vice President European Technology Strategy. „Technologien, die von deutschen und europäischen Zulieferern für Boeing-Flugzeuge hergestellt werden, stehen im Fokus der Boeing Präsenz auf der ILA 2016.“ Zahlreiche Aussteller sind auf der ILA mit Boeing-Produkten vertreten, darunter die Lufthansa mit einer Boeing 747-8 oder die US Air Force unter anderem mit dem schweren Militärtransporter C-17, der den Namen „Spirit of Berlin“ trägt.

Überraschungsgast: airberlin zeigt auf der ILA Flagge
airberlin ist nicht nur die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, sondern auch der Flag-Carrier der Hauptstadt. Stefan Pichler, Chief Executive Officer airberlin: „Wir freuen uns sehr, auf der diesjährigen ILA wieder mit einem unserer Flugzeuge präsent zu sein und so unsere Verbundenheit mit dem Standort Berlin zu zeigen.“ Der Airbus A321 mit der Registrierung D-ABCT wird im Zeitraum vom 3. bis 4. Juni 2016 auf dem ILA-Gelände ausgestellt und ist Teil der jungen und ökoeffizienten airberlin Flotte. Der Jet verfügt über strömungsoptimierte Flügelspitzen, sogenannte Sharklets, die den Treibstoffverbrauch im Durchschnitt um 2,7 Prozent senken. Dadurch spart airberlin pro Jahr und Flugzeug dieses Typs bis zu 250 Tonnen Treibstoff. Außerdem können mit Sharklets ausgestattete Flugzeuge steiler steigen. Dies reduziert den Lärm am Boden.

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Ein Tanker für alle Fälle: A330 MRTT
Zum ersten Mal auf der ILA zu besichtigen ist der Mehrzweck-Militär-Airbus A330 MRTT. Das fast 60 Meter lange Großraumflugzeug wurde aus der erfolgreichen Passagiermaschine A330 entwickelt. Es kann als fliegende Tankstelle die Reichweite von Kampfflugzeugen erhöhen, und zu dem als Passagier- oder Frachtflugzeug sowie als Lazarett dienen. Die eigene Reichweite von maximal 14.800 Kilometern erfasst von Mitteleuropa aus nahezu die gesamte bewohnte Erde. Bisher wurden 49 A330 MRTT bestellt und davon bis April 27 ausgeliefert. Betreiber sind die Luftwaffen von Australien, Saudi-Arabien, der Vereinigten Arabischen Emirate, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und Koreas. Auch Singapur hat Maschinen bestellt.

ESA-Generaldirektor Wörner stellt „Space 4.0“ vor
Der neue Generaldirektor der europäischen Weltraumorganisation ESA kennt die ILA seit Jahren gut, war er doch bis Mitte 2015 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Es ist nicht nur eine neue Funktion, es ist eine neue Welt für mich – es geht internationaler zu“, sagte Johann-Dietrich Wörner im Rahmen der ESA-Pressekonferenz auf der ILA 2016. Und es war ihm wichtig zu betonen, dass die ESA keine EU-Organisation ist, wie oft fälschlich angenommen wird, sondern sie sei mit ihren derzeit 22 Mitgliedern zwischenstaatlich, und es gebe, „wie beim Eurovision Song Contest“ auch ernstgemeinte Mitgliedschaftsanfragen aus ganz anderen Weltgegenden. Das Aufgabenportfolio der ESA als „Team of Teams“ umfasst die fünf Säulen Raumfahrt-Anwendungen, Weltraumforschung, Raumtransport, Technologien und Betrieb sowie Verwaltung für den „United Space of Europe“, wie Wörner launig formulierte. Dahinter stehen im Detail neben der postulierten Autonomie bei Weltraumraketen oder der Exploration ferner Galaxien unter vielem anderen auch Informations- und Erdbeobachtungssysteme, die jüngst zum Monitoring von Flüchtlingsbewegungen oder auch der Absturzstelle eines Airbus‘ von Egyptair zum Einsatz kamen. Gerade solche praktischen Anwendungen formen einen Teil der als „Space 4.0“ apostrophierten aktuellen Politik, die einen einzelnen Bürger eines ESA-Mitglieds gar nicht teuer zu stehen kommt, wie Wörner mit einem griffigen Beispiel belegte: „Die Weltraumforschung kostet umgerechnet pro Jahr etwa den Gegenwert von 10 Litern Kraftstoff.“

ILA Bild 2Zukünftige Triebwerke zum Anfassen
Die Triebwerke der Zukunft verbrauchen weniger Treibstoff. Dieser Trend ist sogar mit bloßem Auge sichtbar – und zwar nicht nur für Luftfahrt-Experten: Durch veränderte Konzeptionen, die mit der Erhöhung des Vortriebswirkungsgrads zusammenhängen, wird die neue Generation von Triebwerken immer größer. Auf der ILA können Besucher in Halle 4 durch eine Virtual Reality Brille diese Unterschiede hautnah erfahren. Gezeigt wird ein konventioneller Turbofan, wie er unter anderem im DLR-ATRA eingebaut ist und ein neuartiger Counter Rotating Open Rotor (CROR). Damit die Triebwerke nicht nur ökoeffizient, sondern auch möglichst leise fliegen, forscht das DLR zudem in verschiedenen Instituten an neuen Designs für die schuberzeugende Fankomponente. Modelle dieser Fandesigns sind in Halle 2 zu sehen.

A400M zum Anfassen und H145M im Static Display
Als größter Einzelaussteller der ILA 2016 ist die Bundeswehr auch mit den meisten Luftfahrzeugen vertreten. Drohnen, die Sanität und Infostände gehören mit dazu. Neben dem fliegenden Lazarett MedEvac und dem „Tornado zum Reinklettern“ ist das neue Transportflugzeug, der A400M, öffentlich zugänglich. Er steht zum Vergleich neben dem langjährigen Transportflieger, der viel kleineren Transall. Bei den neun verschiedenen Hubschraubern wird zum ersten Mal der Unterstützungshubschrauber H145M präsentiert, ein hochspezialisierter Drehflügler, der nach den besonderen Anforderungen der Kommando Spezialkräfte ausgerüstet wurde.

ILA-Premiere für die neue Generation der L410
Als ILA-Premiere zeigt der tschechische Hersteller Aircraft Industries den Prototypen des Regionalverkehrsflugzeuges L410 Next Generation. Gegenüber ihrem Vorgänger ist die jüngste Variante des seit 1969 in mehr als 1.200 Exemplaren produzierten Erfolgsmodells mit zwei H85-Turboprops ausgestattet, die jeweils eine um 50 auf 850 HP erhöhte Triebwerksleistung haben. Die Nutzlast konnte von 1,8 auf 2,15 Tonnen erhöht werden. Dank einer neu konstruierten Tragfläche mit integrierten Treibstofftanks wurde die Reichweite bei einer auf zehn Stunden verdoppelten, maximalen Flugdauer von 1.520 auf 2.630 Kilometer gesteigert. Nachdem sich das Unternehmen in russischem Mehrheitsbesitz befindet, ist eine zweite Endmontagelinie in Russland geplant.

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Diehl: Zivilsparte im Aufwind aber Probleme beim Rüstungsexport
Nach der erfolgreichen Integration von vier Business Units hat die Zivilluftfahrtsparte Aerosystems der Diehl Gruppe binnen zehn Jahren ihren Umsatz von 100 Millionen auf eine Milliarde Euro steigern können und generiert damit heute ein Drittel des Konzernumsatzes. Neben dem Hauptkunden Airbus ist man inzwischen auch gut mit anderen Flugzeugherstellern wie Boeing, Bombardier und Embraer im Geschäft und deckt die gesamte Palette der Kabinenausstattung mit Ausnahme der Sitze ab. Dabei ist man gerade bei so ehrgeizigen Projekten wie dem Hochfahren der A350-Produktion auch sehr von der Leistungsfähigkeit der eigenen Zulieferer abhängig, auf die man „viel mentale Beeinflussung“ ausüben muss, sagte Vorstandsmitglied Claus Günther. „Wenn der Türgriff einer Toilette fehlt kann das ganze Flugzeug nicht ausgeliefert werden.“
Im Defence-Bereich bedroht die Abschaffung der Komplementärgenehmigungen für den „überlebenswichtigen“ Rüstungsexport die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen, kritisierte Günther. Kommen Produkte, deren Ausfuhr genehmigt wurde, zu Wartung oder Reparatur zurück ins Werk, muss man oft wochenlang auf die jetzt notwendige Genehmigung zum Re-Export warten.
Nach einem leichten Minus im Vorjahr rechnet die Rüstungssparte, die nur noch 13,5 Prozent des Konzernumsatzes generiert, für 2016 wieder mit einem Zuwachs durch deutlich höheren Auftragseingang. Zu den aktuellen Highlights gehören unter anderem die Umrüstung von 300 „Sidewinder“ Luft-Luft-Lenkflugkörpern der Luftwaffe auf Lasersuchköpfe sowie die Entwicklung eines Rundum-Selbstschutzsystems für den Transporter A400M. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit der israelischen Firma Elbit wurde während der ILA auf Hubschrauber erweitert.

Airbus zeigt Cockpit der Zukunft für Kleinflugzeuge
Hybride und elektrische Flugantriebe sind ein Entwicklungsfeld, dem sich die Airbus-Gruppe bereits seit einigen Jahren intensiv widmet. E-Fan heißt ein Technologieträger, auf dessen Basis gegenwärtig Serienversionen von zwei- und viersitzigen Leichtflugzeugen entwickelt werden, die in der Ausbildung (E-Fan 2.0 mit reinem Batterieantrieb) und dem Reiseflug (E-Fan 4.0 mit Batterieaufladung durch eine Verbrennungsmotor/Hybridantrieb) dienen sollen. Im ILA Future Lab am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie kann bereits der Prototyp eines integrierten Cockpits in Augenschein genommen werden: Die Philosophie vereint mobile Tablet Computer, auf denen die Schüler den individuellen Leistungsstand und das Energiemanagement kontrollieren können, mit fest installierten Instrumenten. Schnittstellen etwa zu Bordkameras für die Flugauswertung ergänzen das System der Zukunft.

Vollautomatischer Check-in und gedruckte Flugzeug-Ersatzteile
95 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer von Firmen der Luftfahrtbranche sehen in der zunehmenden Digitalisierung eine Chance, auch wenn knapp ein Drittel der Unternehmen noch keine Digitalstrategie haben. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V. (BITKOM). Die Befragten gehen davon aus, dass sich bis 2030 der vollautomatische Check-in mit Gepäckautomaten sowie die Nutzung eigener Video- oder Audio-Streaming-Dienste durch die Passagiere während des Fluges zu 100 Prozent durchgesetzt haben werden und 96 Prozent der Reisenden das Internet an Bord kostenlos nutzen können. 92 Prozent vertraten die Auffassung, dass digitale Technologien helfen, die zunehmende Nachfrage im Luftverkehr abdecken zu können, unter anderem durch eine effizientere Abwicklung am Flughafen. Immerhin 70 Prozent glauben, dass die individuelle Herstellung von kleinen Ersatzteilen für Flugzeuge per 3D-Druck am jeweiligen Flughafen in 14 Jahren Standard sein wird. Auch nach der Verbreitung der Einsatzmöglichkeiten von Drohnen wurde in der von BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder vorgestellten Studie gefragt. Danach werden die häufigsten Anwendungen die Unterstützung der öffentlichen Sicherheit (100%), die Begutachtung von schwer zugänglichem Gelände im Katastrophenfall (99%), der Schutz besonders sensibler Anlagen und Objekte (95%) sowie die Nutzung in der Landwirtschaft beispielsweise zur Ausbringung von Saatgut oder Dünger (82%) sein.

ILA Bild 4TLVS/MEADS Prototypen erstmals ausgestellt
TVLS ist ein taktisches Luftverteidigungssystem, das auf dem bis Ende 2014 entwickelten Medium Extended Air Defense System (MEADS) basiert. Entwickelt wurde MEADS von Deutschland, Italien und den USA gemeinsam durch die Unternehmen MBDA und Lockheed Martin. 2015 entschied sich die Bundeswehr TVLS auf Basis von MEADS zu realisieren. Zum ersten Mal können nun Fachbesucher auf der ILA 2016 alle Prototypen des Waffensystems in Augenschein nehmen. Die Bundeswehr und MBDA zeigen zusammen mit Diehl Defense Feuerleitstand, Multifunktions-Feuerleitradar, Energieversorgungseinheit, das Startsystem mit dem Flugkörper PAC 3 MSE und ein weiteres Startsystem für den Flugkörper IRIS-T-SL. „TVLS/MEADS ist der Schritt in die nächste Generation bodengebundener Luftverteidigungssystem“, sagte Thomas Homberg, der Geschäftsführer von MBDA Deutschland auf der ILA-Pressekonferenz. „Die nachgewiesene 360-Grad-Verteidigungsfähigkeit und die offene Systemarchitektur bedeuten einen massiven Fähigkeitsgewinn.“

Text: Messe Berlin / Jürgen K.G. Rosenthal

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