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Eine kleine Chronik – wir blicken zurück sagen danke und „Goodbye Huey“

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Niederstetten, 23. Juni 2021 – Nach über 54 Jahren geht heute die Zeit der UH-1D in den Streitkräften, im Deutschen Heer und im Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten zu Ende. Genau 40 Jahre lang, seit 1981, flog dieser bemerkenswerte Hubschrauber von der Hohenloher Ebene aus in die Welt. Wir geleiten die Bell UH-1D zum Dienstzeitende und blicken noch einmal wehmütig zurück.

Ein besonderer Hubschrauber mit besonderen Eigenschaften: zuverlässig, vielseitig, robust, berechenbar und dazu noch mit einem markanten Aussehen und einem einzigartigen Sound. Machen wir eine kleine Zeitreise. 1967 kamen die ersten Einsatzmaschinen in die Bundeswehr. An vielen Standorten gehörte das markante „Teppichklopfer“-Geräusch bald zum Alltag. Damals war die „Huey“ einer der modernsten Hubschrauber und täglich in den Nachrichten, denn die US-Army flog das vergleichbare Modell in hoher Stückzahl im Vietnam Krieg. Bei Heer und Luftwaffe wurden etliche Verbände und Kommandos „Huey-Standorte“.

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Abschied von der Huey (Foto © Bw/Peter Straub)

1981 kam die Huey mit dem Heeresfliegerregiment 30 von Fritzlar nach Niederstetten, in den Nordosten von Baden-Württemberg. Damals hatte ein „Leichtes Transporthubschrauberregiment“ 48 Maschinen. In den neunziger Jahren flogen zeitweise 64 Maschinen im Heeresfliegerregiment 30. Die „AMF“ (Allied Mobile Force), im Sprachgebrauch nur „NATO-Feuerwehr“ genannt, stützte sich auf die Bell UH-1D und das „Huey-Nest“ in Niederstetten, und operierte von Nord-Norwegen bis in die Südost-Türkei. Das war nur möglich, mit einem so zuverlässigen Hubschrauber wie der Bell und mit Technikern und Besatzungen, die ihre Maschine im Griff hatten. Unter Beweis wurde das in unzähligen nationalen und internationalen Übungen sowie Anfang der neunziger Jahre zusätzlich in langen Einsatzjahren beginnend in Somalia und vor allem auf dem Balkan gestellt. Ob bei Waldbränden, Schneekatastrophen oder Hochwasser – auf die Huey war immer Verlass. An vielen Stationen, verteilt auf die ganze Bundesrepublik, war der Teppichklopfer als Such- und Rettungshubschrauber 24/7/365 im Einsatz. Mit der Fernsehserie „die Rettungsflieger“ erflog sich die Huey die Herzen vieler Generationen. Seit Ende 2012 flog die Bell UH-1D dann nur noch im Transporthubschrauberregiment 30 – als Transport- und SAR- Hubschrauber, weil diese Aufgabe im Rahmen eines Fähigkeitstransfers von der Luftwaffe an das Heer überging. Mit Einführung des NH90 in Niederstetten 2016 endete ihre taktisch-operative Einsatzrolle als Transporthubschrauber. Bis zum 12. April 2021 flog sie dann noch als Such- und Rettungshubschrauber an den drei verbleibenden SAR-Kommandos Holzdorf, Nörvenich und Niederstetten.

40 Jahre, viele Aufträge, Einsätze, Erlebnisse und Erfahrungen prägen einen Standort. In dieser Zeit ist die „Huey“ nicht nur den Soldatinnen und Soldaten im Regiment 30 ans Herz gewachsen. So sehr, dass man einen unvergesslichen Abschied für diesen mittlerweile zum Kult-Hubschrauber avancierten Flieger plante. Mit einer „Goodbye Huey“ Sonderlackierung und einer Tour durch Deutschland, die nochmal viele Herzen und Fans zufrieden stellen sollte. Leider hat Corona hierbei deutlich ausgebremst, so dass es nicht zu allen geplanten Flügen, Landungen und Besuchen an alten Wirkungsstätten gereicht hat. Das Ergebnis sind aber dennoch lachende Gesichter, tausende Fotos und unzählige Kommentare in den sozialen Netzwerken. Am Ende der „Huey“-Zeitreise sind wir stolz, dass wir 40 Jahre so zu Ende bringen durften und dass die „Goodbye Huey“ (73+08) nach ihrer letzten Landung Teil der Lehrsammlung des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums in Bückeburg mit Ausstellungsort im dortigen Hubschraubermuseum wird.

Was bleibt, ist die Erinnerung – Danke und Goodbye Huey . . .

Quelle Transporthubschrauberregiment 30

Mehr dazu in der vierten Ausgabe des HHK!

 

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