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Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“

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In einer Zeit des Wandels die einzigartigen Fähigkeiten erhalten

Interview mit Oberst Michael Bender

Sehr geehrter Herr Oberst, welche Schwerpunkte setzen Sie als Brigadekommandeur? Ich habe folgende Schwerpunkte für die Brigade festgelegt: Unterstellungswechsel und Umgliederung im Zuge der Einnahme Zielbild Heer, Steigern der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft, das Schließen von Ausbildungslücken sowie einsatzgleiche Verpflichtungen und Einsätze. Im Rahmen der Einnahme des Zielbildes Heer wird die Gebirgsjägerbrigade 23 zum 1. April 2023 der Division Schnelle Kräfte (DSK) unterstellt. Damit wurde die erste wichtige Weiche gestellt. Dieser Unterstellungswechsel wird einhergehen mit Anpassungen im Auftrag, in der Struktur, der Ausbildung und in der Organisation. Ab dem 1. Oktober 2023 erfolgt nach derzeitiger Planung die Umgliederung unserer drei Einsatz- und Kampfunterstützungsverbände. Dies geschieht in direkter Verbindung mit der Neuaufstellung entsprechend neuer selbstständiger Einheiten für die Gebirgsjägerbrigade. Die drei umgegliederten Bataillone werden bis voraussichtlich zum zweiten Quartal 2024 der 10. Panzerdivision (Division 2025) als Divisions- bzw. Brigadetruppen rückunterstellt. Um die Einsatzbereitschaft als System Gebirgsjägerbrigade 23 auch zukünftig gewährleisten zu können, kommt der Aufstellung der selbstständigen Gebirgsaufklärungskompanie, der Gebirgspionierkompanie sowie der zwei Gebirgsversorgungskompanien besondere Bedeutung zu. In einem weiteren Schritt sollen dann die bisherige Stabs-/Fernmeldekompanie in zwei Kompanien, d. h. eine Stabskompanie und eine Fernmeldekompanie aufgeteilt und ggf. eine Gebirgssanitätskompanie zusätzlich aufgestellt werden und Luftbeweglichkeit in den Mittelpunkt stellen.

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Luftbewegliche Verlegung von Gebirgsjägern auf der Reiter Alpe.(Foto  ©Bw/Jana Neumann)

Welche Vorhaben stehen 2023 auf dem Programm? Aktuell, das heißt, seit Mitte Dezember 2022 stellt die Gebirgsjägerbrigade 23 ca. 240 Soldatinnen und Soldaten für die verstärkte NATO-Präsenz in der Slowakei im Rahmen der sogenannten enhanced Vigilance Activities (eVA). Dies zählt wie auch die Bundeswehrpräsenz in Litauen zu den einsatzgleichen Verpflichtungen. Die Soldaten und Soldatinnen des Gebirgsjägerbataillons 231, des Gebirgsversorgungsbataillons 8 und des Gebirgspionierbataillons 8 sind Teil des durch Tschechien geführten multinationalen Verbandes (eVA Battlegroup Slowakei) in Lešt’. Ihre sechsmonatige Präsenz dient der Stärkung der Abschreckungsfähigkeit der NATO und der Rückversicherung unserer Partner an der NATO-Ostgrenze, in dem ein Beitrag zum Schutz des slowakischen Staatsgebiets geleistet wird. Zeitgleich wird durch die vor Ort stattfindenden Übungen der eigene Ausbildungsstand kontinuierlich erhöht und die Interoperabilität mit unseren NATOPartnern ausgebaut. Darüber hinaus werfen bereits die nächsten einsatzgleichen Verpflichtungen ihre Schatten voraus. Die Gebirgsjägerbrigade 23 wird maßgeblich an den schnellen Reaktionskräfte der beiden großen Bündnisorganisationen NATO und EU beteiligt sein. Für die EU wird dies 2025 die sogenannte Rapid Deployment Capability (EU RDC) – eine Weiterentwicklung der bereits bekannten Battlegroup der Europäischen Union (EUBG) sein. Innerhalb der NATO werden wir ab spätestens 2026 im Rahmen der Allied Reaction Force – Nachfolge der NATO Response Force (NRF) bzw. der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) – ebenfalls einen Beitrag leisten. Diese Aufträge erfordern eine sehr schnelle und teilweise auch Ad-hoc-Bereitstellung von einsatzbereiten und durchsetzungsfähigen Kräften. Konkret: Einsatzbereitschaft binnen zehn Tagen in einem vorher nicht festgelegten Einsatzraum. Bei diesem gesamten Prozess kommt es mir besonders darauf an, die Einsatzbereitschaft der Brigade durchgängig aufrechtzuerhalten und insbesondere die betroffenen Menschen mitzunehmen sowie bereits vorhandene Fachexpertise und Hochwertfähigkeiten aus den aktuellen Einsatz- und Kampfunterstützungsverbänden in der Brigade zu halten. Ziel ist es, die Gebirgsjägerbrigade als hochleistungsfähigen, schnell verlegbaren und durchsetzungsfähigen Großverband zu erhalten und dies mit seinen zusätzlichen spezialisierten Fähigkeiten weiter auszubauen. Die materiellen Voraussetzungen dazu, das ist mir wichtig herauszustellen, sind bereits gelegt bzw. befinden sich bereits in der Umsetzung. Exemplarisch sei genannt unsere neue Bekleidung und Ausrüstung für extreme/arktische Witterungsbedingungen, der Kampfbekleidungssatz Streitkräfte inklusive neuem Gefechtshelm und Schutzweste (MOBAST), das neue Sturmgewehr, Nachtsehmittel, neue bewegliche Unterkunftssysteme für extreme und arktische Bedingungen, das neue Überschneefahrzeug (CATV) sowie neue leistungsfähige und interoperable Funkgeräte. Somit ist die Gebirgsjägerbrigade 23 im wahrsten Sinne des Wortes für alle bevorstehenden Aufträge „gut gerüstet“!

Das komplette Interview lesen Sie in der ersten HHK Ausgabe.

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