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Neue Munitionsfabrik in Unterlüß

CEO Armin Papperger (2.v.re.) weist seine Gäste in die 35mm-Munition ein. (Foto: MRV/Lindhorst)
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Unterlüß, 12. Februar 2024. Start für den Bau des „Werk Niedersachsen“ der Rheinmetall AG in Unterlüß. Angesichts der inzwischen strategischen Bedeutung der Munitionsproduktion sowohl für den Abwehrkampf der Ukraine als auch die Verteidigungsfähigkeit der NATO-Staaten insgesamt hatten sich rund 250 internationale Gäste zum symbolischen ersten Spatenstich in der Südheide eingefunden.

Rheinmetall will dort künftig Artilleriemunition, Sprengstoff und Komponenten für Raketenartillerie fertigen. Ab 2025 sollen pro Jahr rund 200.000 Artilleriegranaten, bis zu 1.900 Tonnen RDX-Sprengstoff und 3.000 Raketenmotoren produziert werden.

„Zur Sicherung der strategischen Souveränität Deutschlands im Bereich der Munitionsherstellung schaffen wir eine nationale Produktionsstätte, die neue Maßstäbe setzt und vor allem die Versorgung der Bundeswehr und unserer europäischen Partner sicherstellen wird“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Rheinmetall AG, Armin Papperger, bei seiner Begrüßung. Es entstehe „ein europäisches Zentrum zur Produktion von Artilleriemunition sowie weiterer Effektoren. Die Zeit des Redens ist vorbei. Die Zeit des Handelns ist angebrochen“. Rheinmetall investiert in Unterlüß 300 Millionen Euro, die Bauzeit wird voraussichtlich ein Jahr betragen. Rund 500 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Die Ministerpräsidentin von Dänemark, Mette Frederiksen, lobte den Freiheitskampf der ukrainischen Soldaten. Sie setzten sich für unser aller Sicherheit ein. Dänemark helfe der Ukraine unter anderem durch F-16 Jets und Leopard Kampfpanzer. Sie lobte Deutschland für seine Führungsrolle bei der Unterstützung des Landes. „Wir müssen gemeinsam liefern“, betonte sie und würdigte die Anstrengungen von Rheinmetall zur Produktion von Artilleriemunition.

Symbolischer Spatenstich mit Rheinmetall CEO Armin Papperger (v.li.), Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistorius (Foto: MRV/Lindhorst)

 

Es sei ein besonderer Tag, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. Rheinmetall schaffe durch das neue Werk die Grundlage für eine eigenständige und nachhaltige Versorgung mit Artilleriemunition. „Viel zu lange ist Rüstungspolitik so betrieben worden wie ein Autokauf. So funktioniert Rüstung nicht. Wenn über Jahre hinweg nicht bestellt wird, wird auch nicht produziert“, stellte Scholz fest. Rheinmetall sei in dieser kritischen Lage schnell in die Bresche gesprungen. Deutschland werde jetzt und in Zukunft zwei Prozent des BIP für Verteidigung einsetzen, versprach des Kanzler. „Die Bundeswehr soll wieder eine der leistungsfähigsten konventionellen Streitkräfte in Europa werden.“

Von diesem Tag in Unterlüß gehe ein Signal aus: „Es kann schnell gehen!“ Das Bauprojekt habe Vorbildcharakter. Der Bundeskanzler unterstrich, dass eine starke Verteidigung auch eine starke Rüstungsindustrie brauche. Die Mitarbeiter der Firma arbeiteten „zum Wohle unseres Landes!“

Der Standort Unterlüß
Rheinmetall stellt in Unterlüß mit 2.500 Mitarbeitern eine ganze Palette von Waffensystemen her. Die Produktion umfasst gepanzerte Ketten- und Radfahrzeuge, Aufklärungssysteme, Waffenanlagen für Panzer und Artillerie, Systeme für die Infanterie sowie verschiedenartigste Munitionsarten, wie etwa die Suchzündermunition SMArt 155 für die Artillerie. Dort befindet sich auch das größte private Test- und Versuchsgebiet in Europa. Es ist auf der Karte leicht zu erkennen an dem zehn Kilometer langen Schießgebiet in nördlicher Richtung.

Rheinmetall sieht sich selbst aufgrund seiner umfangreichen Lieferungen und Unterstützungsleistungen für die Ukraine als den wichtigsten rüstungsindustriellen Partner des Landes. Neben der kurzfristigen Bereitstellung von Wehrmaterial geht es um den Aufbau eigener Kapazitäten in der Ukraine. Der Düsseldorfer Konzern hat im Oktober 2023 die Rheinmetall Ukrainian Defense Industry LLC geründet – ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem ukrainischen Staatskonzern Ukrainian Defense Industry JSC. Zusätzlich zu bereits jetzt stattfindenden Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Einsatzfahrzeugen sollen langfristig auch gepanzerte Fahrzeuge in der Ukraine gebaut werden, zum Beispiel Transport- oder Schützenpanzer.

Beitrag MRV/Lindhorst

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