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„Erkenntnisse aus Zusammenhängen, nicht nur aus Einzelinformationen gewinnen“, betont Michael Hagedorn, Vorstand Public Sector der Materna-Gruppe, im Interview mit dem Hardthöhenkurier.

Sehr geehrter Herr Hagedorn, mobile, sichere Kommunikation wird immer wichtiger. Wie lässt sich maximale Sicherheit der Daten bei gleichzeitiger Wahrung der digitalen Souveränität erreichen? Auch wenn wir über maximale Sicherheit sprechen, ist eine hundertprozentige Sicherheit nicht erreichbar. Man kann sich ihr nur annähern. Hierbei unterstützen wir unsere Kunden. Als Materna-Gruppe haben wir in den vergangenen Monaten intensiv in unser Portfolio und in Technologien investiert, um die Sicherheit für unsere Kunden erfolgreich und nachhaltig zu verbessern. Hierbei unterscheiden wir zwischen Daten, die eine Organisation im eigenen Rechenzentrum vorhält, und Daten, die mobil erzeugt werden und auf die mobil zugegriffen werden muss. Die durch Cyberangriffe entstandenen Schäden haben sich in den Jahren 2018 bis 2021 auf mehr als 200 Milliarden in der deutschen Wirtschaft verdoppelt. Das ist auch ein Indikator dafür, dass es diverse Lücken gibt und das Sicherheitsniveau dahingehend nicht überall so ist, wie es eigentlich sein müsste. Auch gibt es enorm viele unterschiedliche Angriffsformate, auf die sich Organisationen einstellen müssen. Entsprechend ist unser Cyber Security Portfolio sehr breit aufgestellt.

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Mobile Kommunikation und mobiles Arbeiten erfordern eine homogene gesicherte Umgebung, erklärt Michael Hagedorn.(Foto © Björn Trotzki)#

Das gilt ja sowohl für die öffentliche Verwaltung als auch für die Bundeswehr, die ja eigentlich dafür viel sensibler sein sollte. Wirtschaftsunternehmen werden zumeist zu Angriffszielen, um etwas zu erpressen z. B. durch Datenverschlüsselung. Attacken auf öffentliche Stellen, wie etwa die Bundeswehr, sehen sich zusätzlich anderen Gegnern gegenüber, die viel investieren, um z. B. an vorhandene Datenschätze zu gelangen. Dagegen müssen sich Organisationen umfassend aufstellen. Die wichtigsten Bausteine sind nicht nur Infrastrukturkomponenten, wie Firewalls und ähnliches, die es schon seit Jahrzehnten gibt, sondern die Einführung eines Security Operations Centers (SOC), das schrittweise auf- und ausgebaut werden sollte. Hier helfen digitale Agenten, die Auffälligkeiten identifizieren, um dann sehr schnell die Einsatzkräfte zu alarmieren. Materna liefert Expertenwissen für die schnelle Erkennung, Analyse und Bearbeitung in Echtzeit sowie Prävention von Sicherheitsvorfällen.

Was kennzeichnet ein Security Operations Center? Entscheidend bei einem SOC ist, wie weitreichend die Intelligenz dahinter ist. In den Anfängen haben sich Menschen die Logfiles angeschaut und analysiert. Heute setzen wir auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz für die Automatisierung, um Auffälligkeiten schneller zu entdecken. Diese Intelligenz ist das Entscheidende, um Erkenntnisse aus Zusammenhängen zu gewinnen und nicht nur aus Einzelinformationen.

Da stellt sich die Frage des Vorsprungs … Ideal wäre es, wenn die Abwehr immer einen Vorsprung hätte. Das ist in der Realität oft nicht der Fall. Für die Experten geht es immer darum, die Angriffsvektoren zu erkennen. Können wir diese nicht erkennen, sind sie schwerer in einem SOC abzufangen. Künftig werden wir lernende Systeme einsetzen, die dann auch neue Angriffsvektoren schneller identifizieren und abfangen können.  

Und wie machen Sie das? Das Entscheidende an einem SOC sind die intelligenten Erkennungs-Algorithmen. Da braucht es eine Menge Erfahrung, um bewerten zu können, welche Algorithmen für eine nahe hundertprozentige Sicherheit geeignet sind. Genau solche Lösungen bietet das österreichische Unternehmen RADAR Cyber Security, das wir im vergangenen Jahr akquiriert haben. Damit haben wir unsere Kapazitäten und Lieferfähigkeiten in diesem wichtigen Marktsegment der Cyber Security nachhaltig erweitert. Wir bieten den Aufbau von Security Operations Centern an und erbringen auch selbst die Leistungen eines eigenen SOC as a Service für unsere Kunden.

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Michael Hagedorn (v.li.) mit Frank Grotheer, Sales Director Defense im Ressort Public Sector, Johannes Rosenboom, Senior Vice President Sales, BDM und Marketing im Ressort Public Sector, und Burghard Lindhorst, Hardthöhenkurier, auf dem Stand der Materna-Gruppe bei der AFCEA Fachausstellung 2023. (Foto © Björn Trotzki)

Welche Bedeutung hat Künstliche Intelligenz in diesem Zusammenhang? KI wird in den nächsten Jahren immer mehr Einzug halten – sowohl aus sicherheitstechnischen Aspekten als auch als Folge des demografischen Wandels. Personalressourcen, die die Arbeit erledigen, werden immer knapper. Auf der anderen Seite sehen wir die Vernetzung von Prozessen. Routineaufgaben, um arbeitsfähig zu bleiben, die man zur Entlastung an eine Künstliche Intelligenz übertragen kann, werden zunehmen. Ein dritter Bereich sind die Daten. Behörden, aber auch die Bundeswehr benötigen extrem viele und zeitkritische Daten. Das Sammeln von Daten und aufwendige Auswertelogiken gehören bald in die Vergangenheit. Werden Sensordaten in Echtzeit benötigt, um sofortige Erkenntnisse zu liefern, kommt Künstliche Intelligenz ins Spiel. Sie analysiert alle Datenquellen übergreifend und kann beispielsweise ein aktuelles, dynamisches und strategisches Lagebild generieren.

Kommen wir noch einmal zum Thema Mobile Kommunikation. Was bieten Sie da insbesondere auch unter dem Sicherheitsaspekt an? Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie haben wir im Februar 2022 das Unternehmen Virtual Solution gekauft, einen Spezialisten für sichere ultramobile Kommunikation. Wir können einen ultramobilen Arbeitsplatz anbieten, der VS-NfD und NATO Restricted gehärtet ist. Mobile Kommunikation und mobiles Arbeiten umfassen eben nicht nur das eigene Office und Homeoffice, sondern findet praktisch von überall aus statt, egal wo ich mich gerade befinde. Und – speziell noch bei der Bundeswehr – auch in Einsatzszenarien. Auch und gerade dort muss Kommunikation abgesichert sein. Sie muss den mobilen Zugriff auf die aktuelle Datenlage gewährleisten und geht dabei weit über das Schreiben von E-Mails hinaus. Kommunikationstechniken, Fachverfahren, Apps von Drittanbietern: All das muss in einer homogenen gesicherten Umgebung zusammengeführt werden. Dies ist ein Trend, auf den wir uns eingestellt haben, weil viele Behörden und auch die Bundeswehr dies zum Einsatz bringen.

Sehr geehrter Herr Hagedorn, vielen Dank für die interessanten Einblicke und zukunftsweisenden Informationen!  

Hier können Sie das komplette AFCEA Sonderheft lesen!

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