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Sicherheit im Luftraum: Beispiel für eine erfolgreiche ressortübergreifende Zusammenarbeit

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Interview mit Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe

Am 4. September 2022 flog ein Privatflugzeug insgesamt vier Stunden quer durch den europäischen Luftraum von Spanien bis über die Ostsee, wo es vor Lettland ins Wasser stürzte. Bereits kurz nach dem Vorfall zeigte ein Video im Internet auf, wie die Maschine zuvor von einem Kampfflugzeug begleitet worden war. Offensichtlich hatte die zuständige Flugverkehrskontrollstelle die Luftwaffe über den Abriss der Funkverbindung zu dem Flugzeug informiert. Zur Zusammenarbeit der einzelnen Behörden und Ministerien in solchen und ähnlichen Fällen und über den hohen Stellenwert der ressortübergreifenden Zusammenarbeit sprachen wir mit dem Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks.

01 VAPB Flugbetrieb BwPatrik Bransmoêller

Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ starten zu einem Übungsflug  während der Dämmerung bei der NATO-Mission Verstärkung Air Policing Baltikum (VAPB) in Ämari/Estland. (Foto © Bw/Patrik Bransmöller)

 

Sehr geehrter Herr General, kennen Sie die Einzelheiten des Vorfalls vom 4. September 2022 und wissen Sie, wie es dazu kam? Was an Bord des Flugzeugs genau vorgefallen ist, kann natürlich niemand mit Sicherheit sagen. Allerdings hatte der Pilot bereits im spanischen Luftraum über Probleme mit dem Kabinendruck berichtet, bevor der Funkkontakt abbrach. Das Flugzeug flog in über 30.000 Fuß (ca. 9.000 Meter, Anm. d. R.) Höhe. Wer sich mit Flugmedizin auskennt, weiß, dass ein fortlaufend abfallender Kabinendruck bereits oberhalb einer Flughöhe von 10.000 Fuß lebensgefährlich ist, da der Sauerstoffmangel nicht mehr vom Körper kompensiert werden kann. Dabei lassen zunächst die kognitiven Fähigkeiten mit herabgesetzter Denk- und Urteilsfähigkeit nach, bis es schließlich zur Bewusstlosigkeit kommt. Falls Betroffene den beginnenden Sauerstoffmangel nicht wahrnehmen, besteht die Gefahr, dass sie die Situation aufgrund der nachlassenden Gehirnleistung bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit nicht realisieren. Sauerstoffmangelsymptome können sehr individuell sein. Daher lernen die Luftfahrzeugbesatzungen der Luftwaffe ihre individuellen Sauerstoffmangelsymptome in einer Druckkammer kennen und trainieren das Verhalten unter solchen Bedingungen regelmäßig. Auch Passagieren von Verkehrsflügen dürfte der stets wiederholte Sicherheitshinweis, dass bei einem Druckabfall Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke fallen, die dann schnellstmöglich aufzusetzen sind, sehr präsent sein.

Kurze Zwischenfrage: Der Pilot hätte also mit der Maschine auf unter 10.000 Fuß sinken müssen? In solchen Fällen wird zunächst die Sauerstoffversorgung, z. B. über die eben erwähnten Masken, sichergestellt und anschließend ein schneller Sinkflug auf eine Höhe von 10.000 Fuß oder darunter eingeleitet. Der von Ihnen angesprochene Flug ist mir gut bekannt, da ich an dem Tag der zuständige German Air Defence Commander war und während des Vorfalls in ständigem Austausch mit dem Nationalen Lageund Führungszentrum Sicherheit im Luftraum stand. Wie die anderen betroffenen Nationen haben auch wir die Maschine zunächst mit den Alarmrotten in Deutschland und später über der Ostsee auch mit unseren aktuell in Estland stationierten Eurofightern begleitet. Leider ist es uns nicht gelungen, Kontakt zu dem Piloten herzustellen. Es scheint, als wäre das Flugzeug führerlos automatisch entlang eines im Autopiloten hinterlegten Kurses geflogen, bis der Treibstoff aufgebraucht war.

Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe

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